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972 Breakdowns

Auf dem Landweg nach New York

Wo der eigene Plan nicht mehr aufgeht, wird es spannend… Willkommen im Beiwagen eines charmanten aber auch launischen russischen Motorrades auf dem Landweg nach New York.
972 Breakdowns – In diesem Pannentheater begegnen uns die unterschiedlichsten Menschen rund um den Globus. Mit Ihrer Hilfe fahren wir immer ein Stückchen weiter – bis zum nächsten Breakdown.

Karten gibt es an der Abendkasse. Hier könnt ihr vorab reservieren!

Datum: 24. Feb. 2023 - 20.00 Uhr
Eintritt: 6 Euro

972 BreakdownsWir wurden gezogen, abgeschleppt, Instand gesetzt und noch ein bisschen weiter geschoben… stets auf der Suche nach dem Punkt, an dem es einfach nicht mehr weitergehen kann…!

Gemeinsam mit dem Regisseur Daniel von Rüdiger, haben wir im letzten Jahr aus über 500 Stunden Rohmaterial unseren ersten Kino Film zusammen gepuzzelt. Aus unzähligen Spiegelreflex-, GoPro- und Drohnen-Aufnahmen, in Kombination mit handgemachten Animationen und selbst gezeichneter Typografie endet nun eine aufregende Produktionsreise.

Expedition kurz gefasst<
Um eine waschechte Expedition zu starten sind folgende Punkte unabdingbar…
1) Das Ziel: New York City – klingt irgendwie gut und ist Grund genug um aufzubrechen!
2) Die Route: 10-tausende Kilometer Landweg und 80 km offene See zwischen Russland und Alaska – die Beringstraße.
3) Das Team: 5 frisch gebackene Künstler, die gerade ihren Motorradführerschein gemacht haben.
4) Die Fahrzeuge: 4 alte russische Ural-Motorräder mit Beiwagen.

Leaving home
Im Herbst 2014 brechen wir aus Deutschland auf. Kompression, Zündzeitpunkt oder Ventilspiel sind alles noch Fremdworte für uns. Nach bereits 25 km beginnen unsere russischen Motorräder zu streiken. Ziemlich schnell wird klar, dass uns der ADAC nicht bis nach New York schleppen kann und so sind wir auf uns allein gestellt. Prompt werden wir mit unserem neuen Leben als Mechaniker konfrontiert – Pannen sind von nun an unsere stetigen Begleiter.
Es geht durch kasachische Gewitter, in die mongolische Wüste, entlang tausender Kilometer Wellblechpiste – pausenlos werden wir gejagt von Monstermücken. Berge aus Bürokratie und Flüsse aus kaltem sibirischen Wasser können wir letztendlich nur mit eine Menge Erfindergeist überwinden. In abenteuerlicher, witziger, unüberlegter und manchmal auch gefährlicher Art und Weise finden wir heraus was Entfernung wirklich bedeutet.

Landweg kaputt
Dort wo Sibirien endet und der Fernen Osten Russlands anfängt, müssen wir lernen, dass es nicht immer eine gute Idee ist, eine Abkürzung zu nehmen. Die »Old Road of Bones« – 300 km Sumpf, Flüsse und Schlamm – zeigt uns, dass Brücken eine sehr sehr sinnvolle Erfindung sind! Alle Stassen enden hier und der Landweg nach New York City wird zunehmend mühevoller.
In der folgenden Winterpause entwickeln wir einen schwimmbaren Amphibien-Prototyp der Ural 650, denn im Fernen Osten Russlands wartet der absolute Gipfel unserer Reise: 1600 km Fahrt auf dem entlegenen Kolyma Fluss.
Später dann stehen wir aufgeregt am Ufer des Kolyma und warten darauf, dass jemand kommt und uns aufhält… Es kommt aber niemand uns so bauen wir unsere Schiffswerft auf, lassen die Motorräder samt Schwimmkörper auf’s Wasser, tauschen Helme gegen Schwimmwesten und legen ab…

43 000 Kilometer später...
Nach 2,5 Jahren haben wir es irgendwie nach New York geschafft. Uns ist klar geworden, dass da wo der eigene Plan nicht mehr aufgeht, der Zufall über den weiteren Verlauf der Geschichte entscheidet.
Die Ural wurde zur Bühne unserer Reise. Mit jeder Panne öffnete sich der Vorhang – wildfremde Leute kamen dazu und das Theaterstück begann: Woher kommt ihr? Was ist passiert? Ich kann euch helfen! Die Kulisse veränderte sich ständig: Sanddünen, Militärparaden, Werkstätten, Hinterhöfe, Küchen… Das Ergebnis blieb dasselbe: Grenzen begannen zu verschwinden – das Eis brach und wir erlebten jeden Tag die unterschiedlichsten Charaktere.
Ohne deren Hilfe, den unzähligen Einladungen und Ratschlägen wären wir niemals soweit gekommen.
Am 10.01.2017 um 15:04 sind wir in New York gelandet. Wenn man’s aber ganz genau nimmt sind wir nicht nach New York gefahren. Wir wurden gezogen, abgeschleppt, Instand gesetzt und noch ein bisschen weiter geschoben.

Der dicke Soundtrack der Band 0101 verwandelt unseren Seitenwagen in Kinosessel. Stellt Euch den Rhythmus eines alten, lausigen Kickstarters vor, der ständig auf den Auspuff klonkert, dazu kommt das blecherne »Klick-Klick« der Blinker, umgeben von rostige Schrauben, die am Straßenrand von einem staubigen Wind verweht werden… Daniel von Rüdiger und Stefan Carl setzen mit ihrem Original-Soundtrack »972 BREAKDOWNS« unseren Film in Szene. Mehr Infos zur Band unter www.0101.wtf.

PRESSE
Launige Doku über fünf Künstler, die per Motorrad fast drei Jahre unterwegs sind Acht Getriebe, zwölf Motoren, fünfzig Zylinderköpfe, hundert Lichtmaschinen, 1,5 Tonnen Schrauben und 270 Kilogramm Schokolade – das musste dran glauben auf dem Weg von Halle/Saale bis in den Big Apple. Elisabeth, Anne und Johannes aus Thüringen, Efy aus Zypern und Kaupo aus Estland fahren 2014 mit dem Motorrad los, um die 45 000 Kilometer in östlicher Richtung nach New York zu schaffen. Sie treffen interessante Leute, erleben Wind und Wetter, reparieren immer wieder ihre Ural-650-Motorräder und haben die Kamera natürlich mit dabei. Entstanden ist eine lange, aber stets gut gelaunte Reisereportage voller sympathischer Typen. „972 Breakdowns“ beweist, dass eine unterhaltsame Doku auch ohne viel Tamtam möglich ist: Ein guter Soundtrack und die grafische Erklärung von einigen der 972 Pannen genügen zur Auflockerung völlig. Und so ist der Zuschauer am Ende traurig, dass die fünf ihr Ziel erreichen, denn die schöne Fahrt im cineastischen Beiwagen ist leider vorbei. CINEMA.DE

 

  • Datum:: 24. Feb. 2023 - 20.00